Früh anfangen lohnt sich
Beginnen Sie mit dem Ausmisten mehrere Wochen vor dem Zügeltermin. Viele Entsorgungswege sind an feste Daten gebunden: Die Sperrgutabfuhr findet in vielen Gemeinden nur einmal im Monat oder seltener statt, Sammelstellen haben beschränkte Öffnungszeiten, und Brockenhäuser holen grössere Möbel oft erst nach Terminvereinbarung ab. Wer erst in der letzten Woche beginnt, landet schnell bei teuren Notlösungen.
Ein bewährtes Vorgehen ist, Raum für Raum vorzugehen und jeden Gegenstand einer von vier Gruppen zuzuordnen:
- Mitnehmen: was Sie in der neuen Wohnung wirklich brauchen.
- Weitergeben: was noch gut erhalten ist und jemand anderem nützt.
- Verwerten: was in eine Separatsammlung gehört, etwa Metall, Elektrogeräte, Glas oder Papier.
- Entsorgen: was nur noch in den Kehricht oder ins Sperrgut gehört.
Weitergeben statt wegwerfen
Gut erhaltene Möbel, Geschirr, Bücher, Spielsachen und Kleider finden oft einen zweiten Besitzer. Brockenhäuser nehmen Waren an, wenn sie sich verkaufen lassen. Fragen Sie vorher, was angenommen wird und ob grössere Stücke abgeholt werden. Auch Verschenk- und Verkaufsplattformen im Internet, Quartiergruppen oder Flohmärkte eignen sich. Planen Sie dafür genügend Zeit ein, denn Abholtermine mit Privatpersonen verschieben sich gerne.
Fragen Sie auch den Nachmieter oder die Verwaltung: Manchmal werden Lampen, Vorhänge oder Einbaumöbel gerne übernommen. Halten Sie solche Abmachungen schriftlich fest, damit es bei der Wohnungsabgabe keine Missverständnisse gibt.
Was in die Separatsammlung gehört
- Elektro- und Elektronikgeräte: Fernseher, Computer, Kaffeemaschinen oder Staubsauger nehmen Händler, die solche Geräte verkaufen, kostenlos zurück. Die Entsorgung ist über die vorgezogene Recyclinggebühr bezahlt. Bringen Sie Geräte möglichst gesammelt zurück, statt mehrere Fahrten zu machen.
- Altmetall: Velos, Metallregale, Pfannen und Werkzeug gehören zur Altmetallsammlung oder zum Recyclinghof.
- Papier und Karton: Beim Ausmisten fallen grosse Mengen an. Bündeln Sie sie gemäss den Vorgaben Ihrer Gemeinde und beachten Sie die Sammeldaten.
- Glas, PET und Aludosen: an die üblichen Sammelstellen.
- Batterien und Leuchtmittel: überall dort, wo sie verkauft werden, oder an der Sammelstelle.
Sonderabfall nicht einfach stehen lassen
Beim Zügeln tauchen oft angebrochene Farbkessel, Lösungsmittel, Reinigungsmittel, Spraydosen oder alte Medikamente auf. Solche Stoffe gehören nicht in den Kehricht und nicht in den Ausguss. Verkaufsstellen nehmen viele dieser Produkte zurück, und zahlreiche Gemeinden bieten Sonderabfallsammlungen an. Medikamente können Sie in der Apotheke abgeben. Hinweise finden Sie unter Farbe und Lack entsorgen.
Gasflaschen vom Grill und Feuerlöscher gehören ebenfalls nicht ins Sperrgut. Sie werden in der Regel über den Handel oder spezielle Annahmestellen zurückgenommen.
Sperrgut rechtzeitig planen
Alte Sofas, Matratzen, Schränke oder Teppiche sind typisches Sperrgut. Prüfen Sie im Entsorgungskalender Ihrer Gemeinde, wann die nächste Abfuhr stattfindet und ob Sie Sperrgutmarken brauchen. Alternativ können Sie Sperrgut an einer Sammelstelle, einem Recyclinghof oder direkt in der Kehrichtverwertungsanlage abgeben, meist gegen eine Gebühr nach Gewicht. Wer nicht selbst transportieren kann, nutzt die Sperrgutabfuhr der Gemeinde. Einen Überblick gibt der Ratgeber Sperrgut entsorgen: die drei Wege.
Grosse Mengen: Mulde oder mehrere Fahrten?
Fällt beim Ausmisten viel Material an, etwa bei einem grösseren Haushalt, kann eine Mulde sinnvoll sein. Klären Sie vorher, ob Sie dafür eine Bewilligung brauchen, wenn die Mulde auf öffentlichem Grund steht, und welche Materialien hinein dürfen. Gemischte Mulden sind in der Regel teurer als sortierte. Welche Grösse passt, erklärt der Ratgeber Welche Muldengrösse brauche ich?. Anbieter finden Sie unter Muldenservice.
Die Wohnungsabgabe im Blick
Bei der Wohnungsabgabe muss die Wohnung in der Regel leer und gereinigt sein, inklusive Nebenräume und Abstellplätze, sofern im Mietvertrag nichts anderes vereinbart ist. Zurückgelassene Gegenstände können zu Kosten führen. Stellen Sie deshalb nichts einfach in den Hauseingang oder neben die Container. Das ist in den meisten Gemeinden nicht erlaubt und sorgt für Ärger mit Nachbarn und Verwaltung.
Kurze Checkliste
- Entsorgungskalender der alten Gemeinde prüfen: Sperrgut, Papier, Karton, Altmetall.
- Brockenhaus oder Abnehmer für gut erhaltene Möbel früh anfragen.
- Elektrogeräte und Batterien gesammelt zurückbringen.
- Sonderabfall separat halten und zur Annahmestelle bringen.
- Bei grossen Mengen Mulde oder Abholung rechtzeitig organisieren.
- Zum Schluss alle Räume kontrollieren, bevor die Reinigung beginnt.
Wer gut vorbereitet ist, zügelt nur, was er wirklich braucht, und startet in der neuen Wohnung ohne unnötigen Ballast. Ein ruhiger Abschluss der alten Wohnung erleichtert auch den Start am neuen Ort.
Häufige Fehler vermeiden
- Alles in einen Sack: Wer gemischt entsorgt, zahlt mehr Gebührensäcke und verschenkt verwertbares Material.
- Zu spät planen: Ist die Sperrgutabfuhr verpasst, bleibt oft nur die teurere Einzelanlieferung.
- Kartons zu früh entsorgen: Stabile Zügelkartons lassen sich nach dem Umzug weitergeben oder für den nächsten Umzug aufbewahren.