Was ist Sonderabfall?
Sonderabfälle sind Abfälle, die für Mensch und Umwelt gefährlich sein können. Sie sind giftig, ätzend, brennbar, umweltschädlich oder stehen unter Druck. Im Haushalt erkennen Sie sie an den international einheitlichen Gefahrensymbolen auf der Verpackung, einer roten Raute mit schwarzem Symbol. Ältere Produkte tragen manchmal noch die früheren orangen Symbole oder eine Giftklasse.
Typischer Sonderabfall aus dem Haushalt:
- Farben, Lacke, Lasuren, Verdünner und Lösungsmittel
- Säuren, Laugen, Entkalker, Abflussreiniger und starke Putzmittel
- Pflanzenschutzmittel, Dünger, Gift gegen Schnecken oder Mäuse
- Spraydosen und Druckgaspatronen mit Inhalt
- Medikamente
- Quecksilberthermometer, Fotochemikalien, Klebstoffe
Warum nicht in den Kehricht oder den Ablauf?
Sonderabfälle gehören nie in den Kehrichtsack, in die Kanalisation, in das WC oder in den Garten. Im Kehrichtfahrzeug können Spraydosen und Chemikalien Brände oder Reaktionen auslösen. In der Kanalisation stören Chemikalien und Medikamentenreste die Abwasserreinigung und gelangen teilweise in Bäche und Seen. Darum werden Sonderabfälle getrennt gesammelt und in spezialisierten Anlagen behandelt.
Weg 1: zurück an die Verkaufsstelle
Hersteller und Handel sind in der Schweiz gesetzlich verpflichtet, Sonderabfälle von privaten Endverbrauchern zurückzunehmen. Der einfachste Weg ist deshalb die Rückgabe dort, wo Sie solche Produkte kaufen: im Farbengeschäft, im Baumarkt, in der Drogerie oder im Gartencenter. Laut Kanton Zürich können Sie Produkte mit Gefahrensymbol während der Ladenöffnungszeiten kostenlos zurückgeben. Bringen Sie haushaltsübliche Mengen, und sagen Sie an der Kasse oder am Kundendienst, was Sie abgeben.
Weg 2: Sonderabfallsammlung der Gemeinde oder des Kantons
Viele Kantone und Gemeinden organisieren zusätzlich Sammlungen für Sonderabfall, zum Beispiel ein Sonderabfallmobil an festen Tagen oder eine feste Sonderabfallsammelstelle. Im Kanton Zürich etwa hält das Sonderabfallmobil mindestens einmal jährlich in jeder Gemeinde. Dort und an der kantonalen Sammelstelle Hagenholz in Zürich sind bis 20 Kilogramm pro Person und Jahr gratis. In anderen Kantonen gelten andere Regeln. Daten und Orte finden Sie im Abfallkalender Ihrer Gemeinde.
Wichtig: Normale Recyclinghöfe und Gemeindesammelstellen nehmen Farben, Chemikalien und Spraydosen oft nicht an. Häufig angenommen werden dort hingegen Altöl und Speiseöl, Haushaltsbatterien und Leuchtstoffröhren. Prüfen Sie die Annahmeliste unter Recyclinghof & Sammelstellen, bevor Sie losfahren.
Farben und Lacke
Flüssige Farb- und Lackreste sind Sonderabfall. Lassen Sie sie im Originalgebinde und geben Sie sie im Fachhandel oder an der Sonderabfallsammlung ab. Wie Gemeinden mit vollständig eingetrockneten Resten und leeren Gebinden umgehen, ist verschieden. Fragen Sie im Zweifel nach. Pinsel nicht im Lavabo auswaschen, sondern Reste zuerst gut auf Zeitungspapier ausstreichen. Details unter Farbe und Lack entsorgen.
Medikamente
Abgelaufene oder nicht mehr gebrauchte Medikamente gehören nicht in den Kehricht und nie ins WC. Bringen Sie sie zurück an eine Verkaufsstelle, also in die Apotheke oder Drogerie, oder an die Sonderabfallsammlung. Die Rücknahme kann je nach Geschäft etwas kosten. Den Karton und den Beipackzettel können Sie vorher zum Altpapier geben. Mehr dazu unter Medikamente entsorgen.
Spraydosen
Volle oder teilweise volle Spraydosen sind Sonderabfall, auch wenn nur noch ein Rest drin ist. Sie gehören an die Verkaufsstelle oder an die Sonderabfallsammlung. Ob vollständig leere Spraydosen mit dem Altmetall entsorgt werden dürfen, regelt jede Gemeinde selbst. Stechen Sie Spraydosen nie an und werfen Sie sie nicht ins Feuer. Siehe Spraydosen entsorgen.
So lagern und transportieren Sie Sonderabfall sicher
- Originalverpackung: Lassen Sie Produkte in der Originalverpackung, damit klar ist, was drin ist. Sonst nutzen Sie ein dichtes, beschriftetes Gefäss.
- Nicht mischen: Mischen Sie nie verschiedene Produkte. Es können gefährliche Reaktionen oder Gase entstehen.
- Kindersicher aufbewahren: Bis zur Abgabe ausser Reichweite von Kindern und Haustieren lagern.
- Aufrecht transportieren: Gebinde gut verschliessen und im Auto so stellen, dass nichts umkippt.
- Im Notfall: Bei Verdacht auf eine Vergiftung erreichen Sie Tox Info Suisse rund um die Uhr unter der Nummer 145.
Weniger Sonderabfall entstehen lassen
Kaufen Sie Farbe, Reiniger oder Pflanzenschutzmittel möglichst nur in der Menge, die Sie brauchen. Reste in gutem Zustand können Nachbarn oder Bekannte vielleicht noch verwenden. Wasserbasierte Produkte ohne Gefahrensymbol sind oft eine gute Alternative.