Ratgeber

Altmetall und Schrott: Sammelstelle oder Altmetallhändler?

Alte Pfannen, ein Metallregal oder ein ganzer Haufen Schrott nach dem Umbau: Für Altmetall gibt es zwei Hauptwege. Welcher passt, hängt von Menge und Metallsorte ab.

Was als Altmetall gilt

Altmetall oder Schrott sind ausgediente Gegenstände, die ganz oder überwiegend aus Metall bestehen. Typische Beispiele aus dem Haushalt sind:

  • Metallregale, Bettgestelle, Metallstühle und Gartenmöbel aus Metall
  • Pfannen, Töpfe, Werkzeug, Schrauben und Nägel
  • Bleche, Rohre, Metallzäune, leere Fässer
  • Wäscheständer, Grillroste, Metallteile von Möbeln

Metall ist ein wertvoller Rohstoff, der sich praktisch beliebig oft einschmelzen und wiederverwenden lässt. Deshalb gehört es weder in den Kehricht noch ins Sperrgut.

Was nicht ins Altmetall gehört

  • Elektro- und Elektronikgeräte: Auch wenn sie viel Metall enthalten, gehören Kühlschränke, Waschmaschinen, Herde oder Werkzeugmaschinen mit Kabel in die Elektrosammlung. Händler nehmen sie zurück, siehe Elektroschrott entsorgen.
  • Verpackungen aus Alu und Weissblech: Getränkedosen, Konservendosen und Alufolie gehören in die Separatsammlung für Verpackungen, nicht in die Altmetallmulde.
  • Gasflaschen und andere Druckbehälter: Sie können gefährlich sein und werden separat zurückgenommen, siehe Gasflaschen entsorgen.
  • Spraydosen, Farb- und Lackdosen mit Inhalt: Sonderabfall.
  • Öl- und Fettbehälter mit Resten sowie Munition.
  • Autobatterien und Autoreifen, auch mit Felge: Sie haben eigene Rücknahmewege.

Ein Sonderfall ist das Velo. Swiss Recycle führt Velos nicht bei der Metallsammlung, sondern verweist auf die Weitergabe, zum Beispiel über die Sammelstellen von Velafrica. Viele Gemeinden nehmen alte Velos aber auch im Altmetall an. Mehr dazu unter Velo entsorgen.

Warum Metall nicht in den Kehricht gehört

Kleine Metallteile, die versehentlich im Kehricht landen, werden in vielen Kehrichtverwertungsanlagen nach der Verbrennung aus der Schlacke zurückgewonnen. Die Qualität dieses Metalls ist aber schlechter als bei separat gesammeltem Schrott, und grosse Metallteile können Anlagen beschädigen. Zudem verursachen sie im Kehrichtsack unnötige Gebühren. Separat gesammeltes Metall lässt sich dagegen sortenrein einschmelzen und direkt wieder einsetzen, zum Beispiel in Stahlwerken und Giessereien.

Weg 1: die Sammelstelle der Gemeinde

Die meisten Gemeinden sammeln Altmetall, entweder an einer festen Sammelstelle, im Werkhof oder an bestimmten Sammeltagen. Für Privatpersonen ist das der einfachste Weg:

  • Haushaltsmengen sind oft kostenlos oder kosten wenig.
  • Sie müssen nicht nach Metallsorten trennen. Gemischter Schrott ist meist in Ordnung.
  • Kleine Mengen können Sie mit dem Auto oder sogar mit dem Velo-Anhänger bringen.

Achten Sie auf die Öffnungszeiten und darauf, ob die Sammelstelle nur für Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde offen ist. Manche Gemeinden holen sperrige Metallgegenstände auch an Sammeltagen ab. Die genauen Regeln stehen im Abfallkalender.

Weg 2: der Altmetallhändler

Altmetallhändler und Recyclingbetriebe sind auf Metall spezialisiert. Der Branchenverband Recycling Schweiz zählt laut Swiss Recycle rund 150 Mitgliedsfirmen, die jährlich über 1,5 Millionen Tonnen Altmetalle und Schrotte verarbeiten. Für Privatpersonen lohnt sich der Händler vor allem in diesen Fällen:

  • Grössere Mengen: etwa nach einem Umbau, beim Ersatz eines Zauns oder wenn Sie zügeln und viel ausmisten.
  • Buntmetalle: Kupfer, Messing, Bronze oder Aluminiumprofile haben einen deutlich höheren Materialwert als Eisen.
  • Sortenreines Material: Wer zum Beispiel Kupferrohre und Eisenschrott getrennt bringt, erhält beim Händler eher eine Vergütung.

Ob und wie viel ein Händler bezahlt, hängt von der Metallsorte, der Sauberkeit, der Menge und den aktuellen Rohstoffpreisen ab. Diese schwanken stark. Bei kleinen Mengen gemischten Eisenschrotts ist oft keine Vergütung zu erwarten, die Annahme kann aber trotzdem gratis sein. Fragen Sie vorher telefonisch nach. Viele Betriebe verlangen bei der Annahme einen Ausweis. Händler und Recyclingbetriebe in Ihrer Region finden Sie unter Recycling-Firmen.

Sammelstelle oder Händler: die Entscheidungshilfe

  • Ein paar alte Pfannen, ein Wäscheständer, ein Metallregal: Sammelstelle der Gemeinde.
  • Mehrere Kubikmeter gemischter Schrott: Händler oder eine Mulde.
  • Kupferkabel ohne Gerät, Messingarmaturen, Aluprofile: Händler, am besten nach Sorten getrennt.
  • Kein Auto und schwere Teile: Abholung durch einen Händler oder eine Entsorgungsfirma; viele holen grössere Mengen ab. Lassen Sie sich die Bedingungen in einer Offerte bestätigen.

Grosse Mengen: Mulde für Metall

Fällt bei einem Umbau oder einer Sanierung viel Metall an, kann eine Mulde nur für Altmetall sinnvoll sein. Weil Metall einen Materialwert hat, sind sortenreine Metallmulden oft günstiger als gemischte Mulden. Hinweise zu Grösse und Ablauf finden Sie unter Muldenservice.

Tipps für die Vorbereitung

  • Fremdmaterial entfernen: Holz, Kunststoff, Polster oder Glas nach Möglichkeit abmontieren.
  • Behälter leeren: Fässer und Kanister müssen vollständig leer sein.
  • Buntmetall separat halten: Kupfer und Messing nicht mit Eisen mischen, wenn Sie zum Händler gehen.
  • Zerlegen: Grosse Teile wie Regale oder Bettgestelle lassen sich auseinanderschrauben und so leichter transportieren. Das spart Platz im Auto und erleichtert das Abladen an der Sammelstelle.
  • Brauchbares weitergeben: Gut erhaltene Metallmöbel, Werkzeug oder Gartengeräte finden über Brockenhäuser oder Verschenk-Plattformen oft noch einen Abnehmer.
  • Vorsicht beim Tragen: Scharfe Kanten und schwere Teile mit Handschuhen und zu zweit transportieren.

Weitere Informationen finden Sie im Abfall-ABC zu Altmetall.