Ratgeber

Grüngut, Kompost und Häckseldienst: wohin mit Gartenabfällen?

Rasenschnitt, Laub, Heckenschnitt und Äste: Im Garten fällt übers Jahr einiges an. Je nach Menge und Gemeinde gibt es dafür verschiedene Wege, vom eigenen Kompost bis zum Häckseldienst.

Was zum Grüngut gehört

Grüngut sind organische Abfälle aus Garten und Küche. Aus dem Garten gehören typischerweise dazu:

  • Rasenschnitt und Laub
  • Hecken- und Strauchschnitt, kleinere Äste
  • verblühte Blumen, Unkraut ohne Samen, Pflanzenreste aus Beeten
  • Fallobst

Aus der Küche nehmen viele Sammlungen Rüstabfälle wie Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz oder Teebeutel an. Ob auch gekochte Speisereste, Brot oder Fleisch erlaubt sind, hängt davon ab, wie das Grüngut verwertet wird. Anlagen, die vergären, nehmen oft mehr an als reine Kompostieranlagen. Die verbindliche Liste finden Sie im Abfallkalender Ihrer Gemeinde.

Was nicht ins Grüngut gehört

  • Fremdstoffe: Steine, Schnüre, Draht, Büchsen, Plastik, Papier und Karton.
  • Grosse Mengen Erde: Für Aushub gelten eigene Regeln, siehe Erde und Aushub entsorgen.
  • Behandeltes Holz: Gestrichene oder imprägnierte Bretter, Gartenzäune und Möbel sind Altholz und kein Grüngut.
  • Katzenstreu, Asche, Staubsaugerbeutel: Diese gehören in den Kehricht, auch wenn sie teilweise organisch sind.
  • Plastiksäcke: auch nicht als Verpackung für Grüngut. Ob sogenannt kompostierbare Säcke zugelassen sind, regelt jede Gemeinde selbst; viele lehnen sie ab.

Sonderfall invasive Neophyten

Einige gebietsfremde Pflanzen breiten sich in der Schweiz stark aus und verdrängen einheimische Arten. Pflanzen wie das Einjährige Berufkraut, die Kanadische Goldrute oder der Japanische Staudenknöterich sollten nicht auf den eigenen Kompost, weil sich Samen oder Wurzelteile dort weiter vermehren können. Viele Kantone und Gemeinden empfehlen, solche Pflanzen in den Kehricht zu geben. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, wie sie es handhabt.

Fünf Wege für Gartenabfälle

Welcher Weg passt, hängt von der Menge, vom Material und vom Angebot Ihrer Gemeinde ab.

1. Grüngutabfuhr der Gemeinde

In vielen Gemeinden wird Grüngut regelmässig abgeholt, meist in speziellen Containern oder Gebinden am Strassenrand. Häufig braucht es eine Jahresvignette, eine Gebührenmarke oder eine Grundgebühr. In der Wintersaison fahren viele Gemeinden seltener. Die Abfuhrdaten stehen im Abfallkalender.

2. Grüngut-Sammelstelle

Andere Gemeinden betreiben eine zentrale Sammelstelle für Grüngut, teilweise mit saisonalen Öffnungszeiten. Dort können Sie auch grössere Mengen abgeben, etwa nach dem Heckenschnitt. Ob die Abgabe kostenlos ist oder eine Gebühr anfällt, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Viele Recyclinghöfe und Sammelstellen nehmen ebenfalls Grüngut an.

3. Häckseldienst

Für grössere Äste und Strauchschnitt bieten manche Gemeinden einen Häckseldienst an. Sie melden sich innert der angegebenen Frist an, legen das Material zu einem Termin bereit, und das Häckselgut bleibt oft bei Ihnen. Es eignet sich gut als Mulch unter Sträuchern oder als Strukturmaterial im Kompost. Achten Sie darauf, dass keine Steine, Drähte oder Nägel im Haufen liegen. Mehr dazu unter Äste und Gartenabfälle entsorgen.

4. Eigener Kompost

Wer einen Garten hat, kann einen Teil der Abfälle selbst kompostieren. Das spart Gebühren und liefert wertvollen Dünger. Ein paar Grundregeln:

  • Feuchtes (Rasenschnitt, Küchenabfälle) und Trockenes, Grobes (Häckselgut, Laub) mischen.
  • Rasenschnitt nur in dünnen Schichten einbringen, sonst fault er.
  • Gekochte Speisereste und Fleisch eher weglassen; sie ziehen Tiere an.
  • Kranke Pflanzen und samentragendes Unkraut nicht auf den eigenen Kompost geben.

In manchen Quartieren gibt es auch Gemeinschafts- oder Quartierkompostplätze.

5. Grosse Mengen: Mulde oder Gartenbaufirma

Bei einer Gartenumgestaltung, beim Roden einer Hecke oder beim Fällen von Bäumen fällt oft mehr an, als die Grüngutabfuhr fasst. Dann kann eine Mulde für Grüngut sinnvoll sein; Informationen dazu finden Sie unter Muldenservice. Achten Sie darauf, die Mulde nur mit Grüngut zu füllen. Gemischte Mulden sind meist deutlich teurer. Viele Gartenbaufirmen entsorgen das Material bei grösseren Arbeiten gleich mit; fragen Sie in der Offerte danach.

Saisonale Spitzen: Herbstlaub und Weihnachtsbaum

Im Herbst fallen grosse Mengen Laub an. Laub lässt sich gut auf dem eigenen Kompost oder als Winterschutz unter Sträuchern verwenden, Igel und Insekten finden darin Unterschlupf. Wird es zu viel, gehört es zum Grüngut. Nach den Festtagen organisieren viele Gemeinden eine eigene Sammlung für Weihnachtsbäume. Entfernen Sie vorher Lametta, Schmuck und Ständer. Mehr dazu unter Weihnachtsbaum entsorgen.

Nicht verbrennen

Das Verbrennen von Gartenabfällen im Freien ist in der Schweiz stark eingeschränkt. Feuchtes Grüngut erzeugt viel Rauch und Feinstaub. Viele Kantone und Gemeinden verbieten es ganz oder erlauben es nur ausnahmsweise für trockenes Material. Grüngut gehört in die Verwertung.

Was mit dem Grüngut passiert

Laut Swiss Recycle wird Grüngut auf zwei Arten verwertet:

  • Kompostierung: Mikroorganismen bauen das Material mit Sauerstoff ab. Die entstehende Wärme macht den Kompost hygienisch. Der fertige Kompost wird in Landwirtschaft und Gartenbau eingesetzt.
  • Vergärung: In geschlossenen Behältern ohne Sauerstoff entsteht Biogas, das zu Strom, Wärme oder Treibstoff wird. Die Gärreste dienen als Dünger.

Damit beides funktioniert, muss das Grüngut sauber sein. Schon wenig Plastik kann den Kompost verunreinigen.

Für einzelne Fragen hilft das Abfall-ABC zu Grüngut.