Ratgeber

Batterien und Akkus richtig zurückgeben – und warum Lithium-Akkus nicht in den Kehricht gehören

Batterien und Akkus können Sie in der Schweiz überall gratis zurückgeben, wo sie verkauft werden. Besonders wichtig ist das bei Lithium-Akkus: Im Kehricht können sie Brände auslösen.

Batterien gehören nie in den Kehricht

Batterien und Akkus enthalten wertvolle Metalle wie Eisen, Zink, Mangan, Kobalt oder Lithium, teils aber auch umweltschädliche Stoffe. Deshalb gehören sie in der Schweiz nicht in den Kehricht, sondern zurück in die Sammlung. Das gilt für Gerätebatterien in allen Formen: Rundzellen, Knopfzellen, 9-Volt-Blöcke und wiederaufladbare Akkus.

Wo Sie Batterien zurückgeben können

Die Rückgabe ist einfach und kostenlos:

  • Überall, wo Batterien verkauft werden: Verkaufsstellen sind gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet. Sie können Batterien und Akkus dort gratis zurückgeben, auch ohne etwas zu kaufen. Die Sammelboxen stehen meist in der Nähe der Kasse.
  • An Sammelstellen der Gemeinde: Viele Recyclinghöfe und Werkhöfe haben eine eigene Batteriesammlung.

Laut Swiss Recycle gibt es in der Schweiz rund 11'000 Sammelstellen für Batterien.

Wer bezahlt das Recycling?

Beim Kauf von Batterien und Akkus zahlen Sie eine vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG), die im Preis enthalten ist. Damit werden Sammlung, Transport, Recycling und Information finanziert. Die VEG wird von der Organisation INOBAT im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) erhoben und verwaltet. Deshalb kostet Sie die Rückgabe nichts.

Warum Lithium-Akkus besonders heikel sind

Lithium-Ionen-Akkus stecken heute in fast allem: Handy, Laptop, Tablet, E-Zigarette, Akkuschrauber, Rasenmäher, E-Bike und Trottinett. Sie speichern viel Energie auf kleinem Raum. Wird ein solcher Akku beschädigt oder kurzgeschlossen, kann er sich stark erhitzen und in Brand geraten.

Genau das passiert, wenn Akkus im Kehricht landen: Im Kehrichtwagen wird der Abfall gepresst. Dabei können Akkus beschädigt werden und Feuer fangen. Auch in Sammelfahrzeugen, Umschlagplätzen und Sortieranlagen können solche Brände entstehen. Ein Akku im Kehrichtsack gefährdet also nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschen, die mit dem Abfall arbeiten. Lithium-Akkus erkennen Sie an der Aufschrift «Li» oder «Li-ion».

So geben Sie Lithium-Akkus sicher ab

  • Pole abkleben: Kleben Sie freiliegende Pole mit Klebeband ab. So vermeiden Sie Kurzschlüsse, wenn sich Akkus in der Sammelbox berühren.
  • Beschädigte oder aufgeblähte Akkus separat verpacken: Legen Sie sie in einen eigenen Plastiksack und geben Sie sie an einer bedienten Sammelstelle ab, also dort, wo Personal anwesend ist. Werfen Sie sie nicht einfach in eine Sammelbox.
  • Nicht lange lagern: Bewahren Sie alte Akkus nicht jahrelang in einer Schublade auf. Bringen Sie sie bei der nächsten Gelegenheit zurück.
  • Kühl und trocken aufbewahren: Bis zur Rückgabe gehören Akkus nicht an die Sonne, auf die Heizung oder in einen feuchten Raum.

Fest eingebaute Akkus: ganzes Gerät abgeben

Bei vielen Geräten ist der Akku fest verbaut, zum Beispiel bei Smartphones, elektrischen Zahnbürsten oder Kopfhörern. Versuchen Sie nicht, solche Akkus selbst auszubauen. Dabei kann der Akku beschädigt werden. Geben Sie stattdessen das ganze Gerät beim Händler oder an der Elektroschrottsammlung ab. Mehr dazu lesen Sie unter Elektroschrott entsorgen.

Grosse Akkus: E-Bike, Trottinett, Gartengeräte

Akkus von E-Bikes, E-Trottinetts oder Akku-Gartengeräten sind deutlich grösser als Haushaltsbatterien und passen nicht in die üblichen Sammelboxen. Geben Sie sie beim Fachhändler zurück, zum Beispiel im Velogeschäft, oder an einer Sammelstelle, die solche Akkus ausdrücklich annimmt. Fragen Sie im Zweifel vorher nach. Auch hier gilt: Beschädigte Akkus nie einfach abstellen, sondern dem Personal übergeben.

Autobatterien

Starterbatterien von Autos und Motorrädern sind Bleibatterien und werden separat gesammelt. Sie nimmt in der Regel die Garage oder der Händler zurück, viele Sammelstellen ebenfalls. Details finden Sie unter Autobatterie entsorgen.

Knopfzellen: Vorsicht bei Kindern

Knopfzellen stecken in Uhren, Autoschlüsseln, Waagen oder Hörgeräten. Sie sind klein und für Kinder leicht zu verschlucken, was zu schweren inneren Verletzungen führen kann. Bewahren Sie neue und gebrauchte Knopfzellen deshalb ausser Reichweite von Kindern auf und bringen Sie leere Knopfzellen rasch zurück. Besteht der Verdacht, dass ein Kind eine Knopfzelle verschluckt hat, holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Was beim Recycling passiert

Die gesammelten Batterien werden nach Grösse und chemischem System sortiert. Laut Swiss Recycle werden Lithium-Batterien zuerst zerkleinert, andere Batterien bei hohen Temperaturen thermisch behandelt. Die Metalle werden anschliessend eingeschmolzen und zurückgewonnen, darunter Eisen, Mangan und Zink sowie aus Lithium-Batterien auch Lithium, Kobalt und Graphit. Die zurückgewonnenen Materialien werden zum Beispiel in der Stahlproduktion oder für neue Batterien eingesetzt.

Kurz zusammengefasst

  • Batterien und Akkus nie in den Kehricht.
  • Rückgabe überall gratis, wo Batterien verkauft werden, oder an der Sammelstelle.
  • Pole von Lithium-Akkus abkleben.
  • Beschädigte Akkus separat verpackt an einer bedienten Sammelstelle abgeben.
  • Eingebaute Akkus nicht ausbauen, sondern das ganze Gerät zurückgeben.

Weitere Informationen finden Sie im Abfall-ABC zu Batterien. Sammelstellen in Ihrer Nähe zeigen die Gemeindeseiten unter Recyclinghof & Sammelstellen.